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Neophyten Invasive Pflanzenarten |
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Problem-Neophyten |
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Manche
wurden als landwirtschaftliche Nutzpflanze (Mais, Kartoffel, Topinambur), als
Forstpflanze (Douglasie, Pappel, Robinie), als Heilpflanze (Kamille) oder als
Kuriosität und Zierpflanze (Springkraut,
Goldrute, Riesenbärenklau,
Staudenknöterich, Nachtkerze, Sommerflieder, Kartoffelrose, u.a.m.)
absichtlich eingeführt. Andere wurden mit Handelsgütern und pflanzlichen
Erzeugnissen oder durch die weltweite Reisetätigkeit unbeabsichtigt
eingeschleppt. Von
den insgesamt ca. 12.000 „neuen“ Pflanzenarten haben sich viele
insoweit in unsere heimische Flora integriert, dass sie eigentlich nicht
als neophytisch wahrgenommen werden. Einige
von ihnen sind wegen der Verdrängung standortgerechter einheimischer
Tier- und Pflanzen-Arten zu einem ökologischen Problem geworden. So
werden sie für den Rückgang von bislang 43 Tierarten verantwortlich
gemacht. Sie besiedeln und vernichten dadurch empfindliche und zudem
selten gewordene Biotope. An Gewässern bieten diese "invasiven" Pflanzen wegen
ihrer teils brüchigen, teils recht kleinen Wurzeln keinen
Hochwasserschutz. Ob ein Neophyt „invasiv“ ist oder wird, kann
lokal oder regional sehr unterschiedlich zu beurteilen sein. Hierzulande
fehlen natürliche Gegenspieler, Freßfeinde und Krankheiten, so dass sie
auf Grund ihrer erfolgreichen Vermehrungs- und Verbreitungsstrategien
dominante Bestände ausbilden können. Ihre Blüten werden nur von wenigen
unspezialisierten Insekten, darunter der Honigbiene, besucht. Der Nährwert
der Pollen der schönen Neophytenblüten ist für unsere einheimischen
Insekten jedoch gering, so dass Neophyten als Herbsttracht gemieden werden
sollten.
An ihren Standort stellen sie keine besonderen
Ansprüche,
so dass das Zusammenspielen von Umfeldbedingungen mit biologischen
Besonder-heiten der Neophyten ausschlaggebend ist für den
Verbreitungserfolg. Instabile Ökosysteme |
dynamischen Eigenschaften sind prädestiniert für eine erfolgreiche Verbreitung. Der Fahrtwind entlang von Straßen und Bahndämmen oder die Wasserströmung von Fließgewässern sorgen dafür, dass flugfähige und schwimmfähige Samen bzw. durch die Strömung abgerissene Sprossteile über weite Strecken transportiert werden. Für
die Hauptverbreitungsursachen sorgt jedoch der Mensch: Durch Bautätigkeit
entstehen offene Flächen; durch die unfreiwillige Verwendung von
kontaminiertem Erd- und Kiesmaterial können Neophyten an neue Standorte
verbracht werden; Nutzungsänderungen in der Landwirtschaft haben
Destabilisierungen in der Zusammensetzung der Pflanzengesellschaften zur
Folge, so dass in den Bestandslücken Neophyten Fuß fassen können; nicht
selten werden Gartenabfälle in der freien Landschaft „entsorgt“, ein
Weg, auf dem schon vielen Neophyten der „Sprung über den Gartenzaun“
gelungen ist. Standorte,
an denen Problemneophyten großflächig Fuß fassen konnten, werden durch
die Neophyten selbst destabilisiert, so dass wiederum ein bevorzugter Besiedelungsstandort entsteht, bzw. erhalten bleibt. Eine
Bekämpfung von Problemneophyten kann aus Gründen der allgemeinen
Sicherheit oder aus ökologischen Gründen angezeigt sein. In jedem Fall
muß abgewogen werden, ob und wie bekämpft werden soll. Eine Bekämpfung
darf auf keinen Fall zur Zeit der Samenreife erfolgen. Die unabsichtliche
Verbreitung der Samen wäre sonst zwangsläufig die Folge. Neben
der Bekämpfung einzelner Problemarten spielt die Erhaltung und
Wiederherstellung einer naturnahen, artenreichen und stabilen Landschaft
eine wichtige Rolle beim Vorgehen gegen Problemneophyten. Praktisch heißt
das, standortgerechte einheimische Arten zur Samenreife gelangen zu
lassen. Die
wichtigste Vorbeugung besteht darin, beim Umgang mit neuen Zier- und
Nutzpflanzen große Vorsicht walten zu lassen: insbesondere dann, wenn
Pflanzen mit Eigenschaften wie „schnellwüchsig“, „ausdauernd“, „bestands-prägend“, oder „anspruchslos“ charakterisiert sind,
sollte darauf geachtet werden, dass Pflanzen oder Teile von ihnen nicht in
die freie Landschaft gelangen. |
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Literaturhinweise:
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Stadt Freiburg im Breisgau,
Eigenbetrieb Stadtentwässerung, Projekt Bachpatenschaften, |
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Tel.: 0761 / 201- 4456
Fax: 0761 / 201- 4499
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